Von vorschnellen Urteilen und Wunschdenken

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Vor einiger Zeit habe ich in einer Elternzeitschrift einen Artikel gelesen. Eine Mutter berichtete über das Leid, das sie trägt und erträgt, denn ihre Tochter ist krank. Sie hat Diabetes Typ 1 seit Geburt.

Ich habe den Artikel nur zur Hälfte gelesen und überflogen, denn das Kind, das ich mir vor den Bauch gebunden hatte, wurde wach und soweit ich mich erinnere, saß ich in irgendeinem Wartezimmer und wurde dann auch bald aufgerufen.

Trotzdem ließ mich der Artikel nicht los. Mein erster Gedanke war, das gebe ich zu und schäme mich im selben Augenblick: Weiterlesen

Linsen. Ein Fotoprojekt. Emotionen in Bildern.

Jeden Tag geht es um die Kontaktlinsen. Jeden Tag ein Ringen und Kämpfen um die Sehkraft. In ständiger Sorge, dass sie aus dem Auge fällt. Und wenn es dann doch passiert: Suchen. Suchen. Suchen. Wut. Ohnmacht. Kontrolle. Verlust. Die Nerven liegen blank. Unverständnis und Verständnislosigkeit. 125€ kostet eine OP für ein Kind, das grauen Star hat (z.B. in einem Entwicklungsland). 150€ kostet eine Kontaktlinse für unser Kind. 3900€ hat unsere Krankenkasse bisher für die Kontaktlinsen ausgeben müssen. Im Schnitt pro Woche eine Kontaktlinse. Warum? Ungerechtigkeit. Ohnmacht. Ständig. Immer wieder.Es kostet Kraft. Er reibt sich im Auge. Er zieht sich Brille oder Augenpflaster ab. Er verliert die Linse. Er sieht schlecht. Jammert, beißt, haut, weint. Es ist ein Mitleiden. Jeden Tag. Ständig sind wir bei ihm. „Händchen runter, nicht im Auge fummeln!“ Weinen.

Was macht das mit ihm? Mit uns Eltern? Mit dem großen Bruder? Weiterlesen