Offener Brief an die ehemalige Lehrerin meines Sohnes

Ausgedruckt und handschriftlich unterschrieben erreicht dieser Brief die ehemalige Lehrerin meines Sohnes auf dem Postweg. Natürlich mit den richtigen Namen und der Anmerkung, dass ich ihn anonym auf meinem persönlichen Blog unter Pseudonym veröffentliche. Denn heißt es nicht: Tue Gutes und spreche darüber !? Die Begegnung mit dieser Lehrerin tat gut. Wenn es auch Jahre dauerte, bis sich die Wirkung entfaltete. Also lasst uns darüber sprechen!

Liebe Frau Magistra,

es ist nun 2,5 Jahre her als wir uns kennen lernten, als mein Sohn zu Ihnen in die Klasse kam. Es scheint mir, als wäre es gestern gewesen. Wie sie vor mir standen, den Zeigefinger erhoben vor mir: „Wir hatten einen Deal!“. Was Sie damit meinten, haben Sie mir direkt darauf erklärt: Ich soll meinen Sohn immer um 15 Uhr von der OGS abholen, weil dann die Schulbegleiterin heim ging. Mit dem Gruppenleiter der OGS hatte ich ausgemacht, dass wir es auch bis 16 Uhr versuchen wollten. Ohne Schulbegleitung. Konnten wir dieses Missverständnis eigentlich jemals klären? Ich weiß es nicht. Aber das ist nun nicht wichtig. Weiterlesen

Die Superkraft Autismus

Ich mag es, dass wir so eine große Familie haben. Also, dass ich auch alle kenne. Wir und die Oma und der Opa und deren Kinder und die Geschwister von Oma und die andere Oma und ihre Kinder und der Uropa. Viele aus meiner Schule kennen gar nicht alle aus ihrer Familie. Dass wir so viele sind und ich auch alle kenne, das finde ich gut. Wir sind wie eine lange Molekülkette.

Spricht das große Kind, noch ehe es begonnen hat, seine große Schüssel Milchreis zu essen.Eine Familie mit einer Molekülkette zu vergleichen ist toll, finde ich. Weiterlesen

Leise Motivationsrede für einen Schul-Hospitations-Marathon

Gestern Nacht habe ich begonnen, eine Tabelle zu erstellen. In den oberen Spalten steht „Schulform“, „Schulname“, „Wohnortnähe“, „Klassenstärke“, „Inklusion seit…?“, „Schüleranzahl“ und „Besonderheiten/Empfehlungen“. In den darunter liegenden Spalten habe ich begonnen, die in Frage kommenden weiterführenden Schulen einzutragen.

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Behindernde Bewerbung. Warum die Behinderten-Quote nicht inklusiv ist

blog80

Mein Mann ist bald mit dem Studium fertig. „Prima!“ höre ich viele sagen, „Dann kann er sich ja bald bewerben!“. Das stimmt. Und im Anschluss stellen ebendiese Prima-Sager außerdem fest, sofern sie von der Autismusdiagnose wissen, dass „er sich ja auf eine dieser Stellen für Behinderte bewerben kann!“
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#Autistic Pride Day – Warum unser Sohn nicht therapiert wird

Heute am 18.06. ist der Autistic Pride Day. Bei Wikipedia findet sich eine einfache Erklärung für alle Leute, die nicht wissen, was das ist:

Der Autistic Pride Day wird seit 2005 jährlich am 18. Juni begangen. Er soll dem Wunsch vieler autistischer Erwachsener nach gesellschaftlicher Akzeptanz ihrer autistischen Eigenheiten Ausdruck verleihen.

Ich möchte diesen Tag als Anlass nahmen, um darüber zu schreiben, weshalb wir unseren autistischen Sohn nicht therapieren lassen. Weiterlesen